Ankommen...was macht man da eigentlich?
- Ich
- 15. Okt. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Dez. 2022
..oder: wie mache ich mich am schnellsten unbeliebt...
Innere Stimme: “Beate.. Du verallgemeinerst wieder, sei mal präziser!
Also wir müssen hier natürlich unterscheiden: wer ankommt
Die welterfahrenen Rentner (nennen wir sie Heinz und Gertrud ) aus Deutschland, die vor haben, die nächsten drei bis 12 Wochen auf dem selben Platz zu stehen um ihren Ruhestand zu genießen und Freundschaften zu schließen?
oder
die Beate... die anonym ankommen und so wenig wie möglich auffallen will,
(auf dem Campingplatz sicherlich eine der größten Herausforderungen) und die guten Gewissens ihren Wecker morgens auf 6 Uhr stellen möchte, um den ganzen Tag mit Arbeitskollegen zu plaudern, und zwar ohne das Heinz und Gertrud sich belästigt fühlen ?
Nach mehreren Campingplatz-Aufenthalten stelle ich nun folgendes voneinander abweichendes Vorgehen zwischen Beate und dem Heinz/Gertrud-Pärchen fest (ich sag nicht das dies optimal ist ;-) ):
Beate:
Platz nach Papier-Plan der Rezeption finden
Auto irgendwie auf dem Platz parken -> Auto schief, war klar
Heinz und Gertrud schauen schon
Hund raus
Zigarette rauchen und
sich selbst bestätigen, dass man es hier erstmal grundsätzlich scheiße findet (Website sah viel besser aus)
Heinz dagegen:
Läuft mit dem Plan erstmal zu Fuß über den Platz um ggf. noch mal nachzuverhandeln (könnte ja einen besseren geben).
Auf dem Rückweg wird mit Gertrud darüber diskutiert, wie man den Platz am optimalsten nutzt
Dann fährt man auf den Platzt und setzt seinen Plan in die Tat um,
packt alles aus und findet es super
vielleicht sind auch schon die ersten Kontakte geknüpft und sei es auch nur durch ein bestätigendes Nicken der Nachbarn Klaus und Giesela, dass man sich für die richtige Position des Wohnwagens entschieden hat
Ihr seht, es treffen Welten aufeinander..
Nachdem dann der erste Schock überwunden und die Zigarette zu Ende geraucht ist, werden folgende Maßnahmen ergriffen (danach bin ich ich nicht mehr anonym und auch nicht mehr unbekannt)....
meine Professionelle Wasserwage wird ausgepackt (2cmx2cm), ja richtig, witzig
Die stellt fest ich bin schief-> Überraschung ;-)
Das ignoriere ich und begebe mich ins Auto, wenn es sich wirklich, wirklich "schief" anfühlt, also so dass die Kühlschrank Tür nicht offen bleibt und die Klopapierrolle mehr widerstand hat als sonst
hole ich meine Luftkissen raus*. Das mach ich relativ selten denn,
1) die nächsten 20 min belästige ich den gesamten Campingplatz mit dem sehr unangenehmen Geräusch meiner elektrischen Pumpe und das Auto ist danach immer noch schief - vielleicht sogar noch schiefer als vorher - aber ich mach jetzt nix mehr, denn Heinz und Gertrud sowie Klaus und Giesela schauen zu
2) die Luftkissen sind für Heinz ein super Anlass mit mir zu reden, denn die Luftkissen sind innovativ, die kennen sie noch nicht, darüber möchte man sprechen...Panik!!!
Wenn das vollbracht ist, und ich hier und da schon jemandem - aus versehen - zugenickt habe, verschanze ich mich... Rollos runter..
*Luftkissen: die neumodische Alternative zu Auffahrkeilen um Unebenheiten im Boden ausgleiche zu können, damit man beim Schlafen nicht immer in eine Ecke rollt und das Öl in der Pfanne sich gleich verteilt (wenn man denn kochen würde)
Heinz: “Beate.. Wir haben Dich gesehen und werden Dich ansprechen, bei der erst besten Gelegenheit!
Fazit: Campen ist für introvertierte eine ganz besondere Herausforderung ;-)
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